Interreligiöses Friedengebet für weltweiten Frieden

Evangelischer Pfarrer Herrmann, Imam Ylmaz, Monika Soyer-Bauer, kath. Dekan Fetsch in der Basilika (v.l.n.r)
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Ob man durch ein Friedensgebet den Frieden herbeibeten kann? Sicher ist, dass das Gebet uns Menschen guttut und dass es uns hilft, unsere Machtlosigkeit auszuhalten, wenn wir gemeinsam beten. Frieden in uns selbst und eine friedliche Gemeinschaft, das war es, was in der Basilika in Altenstadt am 14. Mai zu spüren war, - die Sehnsucht nach Frieden vereint uns.  Als die Vorbereitungsgruppe die Tradition des mulitreligiösen Gebetes wieder aufleben lassen wollte, war noch nicht klar, wie aktuell es sein würde. Aber Krieg gibt und gab es immer auf der Welt. Mehrmals trafen sich Vertreter der Moscheegemeinden von Schongau, der katholischen und evangelischen Gemeinden von Altenstadt, Schongau und Peißenberg und auch der Jugendseelsorger Bernhard Schöner und Kathrin Birnsteiner-Gründer, Organisatorin des ökumenischen Gebetes in Altenstadt, um gemeinsam zu überlegen, wie die verschiedenen Religionen gemeinsam die ganz Vielfalt zum Ausdruck bringen können. Dabei war der Austausch auf diesem Weg bereits sehr interessant und ein großer Gewinn. Dieses Mal wurde wieder die Basilika in Altenstadt als Ort ausgewählt, die für alle Teilnehmenden als Ort schon Frieden und Kraft ausstrahlt. Die musikalische Gestaltung des Schongauer Stadtchors, Manuel Wolf am Saxophon  und der Band Dreifaltigkeit der evangelisch-lutherischen Kirche war nicht nur Rahmenprogramm, sondern wirklich Teil des Gebetes. „Agios Athanathos“, ein griechisch-orthodoxer, mehrstimmiger Gesang, machte das Flehen nach dem Erbarmen Gottes durch seinen intensiven Klang hörbar. Genauso wie das moderne Lied der Dreifaltigkeitsband: „Da wohnt ein Sehnen tief in mir“. SchülerInnen der Schongauer Schulen, u. A. auch das P-Seminar „Interkultureller Dialog“ mit Widad Maaz, hatten im Vorfeld 38 MitschülerInnen gefundne, die die Worte „Sehnsucht nach Frieden“ in ihre Heimatsprache übersetzen: von chinesisch, ebo, dari bis hin zu russisch und ukaninisch.

Besonders berührend waren die Worte der Familie aus Nigeria, die sich bedankte, hier sein zu dürfen, und mit einem Gospel alle Herzen bewegten. Ihre Botschaft: Frieden beginnt in uns. Natürlich kam auch die Ukraine zur Sprache. Eine Mutter, die mit ihren Kindern in Peiting Zuflucht gefunden hat, ließ alle mit einer Botschaft an ihren Sorgen und Ihren Ängsten teilnehmen. Sie machte aber auch deutlich, wie dankbar sie ist, dass ihre Kinder hier in die Schule gehen können und ihr Sohn per Videokonferenz am Unterricht zu Hause teilnehmen kann. Und sie ist unendlich dankbar, dass die Technik es möglich macht, eine Brücke zwischen Peiting und Kiew herzustellen. Der Psalm 34, den Dekan Fetsch vortrug und auslegte, die Rezitation des Korans durch Iman Ylmaz, und ein jüdisches Gedicht, das ein Vertreter einer jüdischen Gemeinde aus München als Beitrag schickte, machten deutlich, dass allen Religionen Frieden ein Herzensanliegen ist. Aber auch kritische Töne durften nicht fehlen. Annette Hermann ließ mit „Imagine“ John Lennon zu Wort kommen und brachte alle zum Nachdenken. Es ist auch ein Lied, das Pfarrer Herrmann viel bedeutet.  Ob die Welt ohne Religion friedlicher sei, wagte er jedoch zu bezweifeln. „An diesem Punkt irrt John Lennon“. Aber klar sei, dass eine wichtige Aufgabe aller Religionen sei, einen Beitrag für den Frieden zu leisten. Sicher ist, die Sehnsucht nach Frieden, die haben wir alle gemeinsam. Schwierig ist nur, wie wir ihn tatsächlich erreichen können. Dass am Ende alle Religionsvertreter gemeinsam ein Gebet sprachen und auch Frauen hier viel zu sagen hatten, das macht Hoffnung.

 Monika Soyer-Bauer (Initiative Integration)